The Reincarnation of a 73' Shovelhead Harley

Donnerstag, 15. September 2011

Ich sach nur TÜV…

Kaum zu glauben, zwei Jahre sind schon rum und Elli muss mal wieder auf Straßentauglichkeit untersucht werden. Gefühlt war das Wetter die letzten 3 Monate ja durchgehend Kacke und irgendwie ist keine richtige Lust zum Fahren aufgekommen. Hatte schon gedacht, das war’s für dieses Jahr – bis mir neulich die Plakette ins Auge fiel…


Fakt war, einfach mal so hinfahren wird wohl nix. Dennoch war mir nicht klar, was für ein Hickhack nun schon wieder ansteht. Ich wusste, dass sowohl die Reifen als auch der Vergaser ein Thema werden. Ebenso die Stoßdämpfer, die Bremsleitungen und der Lenker – wobei für Letztere schon ABE’s vorliegen.

Der Vergaser ist wieder ein gutes Beispiel für deutsche Über-Regulierung. Viel Lärm um Nichts… Da schraubt man sich was Neues an den Ofen, weil der alte tatsächlich nicht mehr tut – und schon fangen die Probleme an. Es ist ja nun keine Seltenheit, dass Mikunis an Shovels verbaut werden, aber dennoch gibt’s leider keine offizielle Freigabebescheinigung. Bis zum Zeitpunkt der Abnahme hatte ich noch darauf vertraut, dass die Jungs bei einer 40 Jahre alten Maschine wohl gnädig sein werden oder es zumindest gar nicht merken. Weit gefehlt. Das Erste, wonach der gute Mann fragte war der Vergaser. Mist… Da ist er wieder - der Praedestinatio. Offensichtlich ist gerade mal wieder eine Phase wo sie alle ganz genau hinschauen... In dem Fall bleibt jedoch unklar, warum. Ob ein Moped, welches eh nicht über die 100 km/h-Grenze hinaus kommt jetzt 2 PS mehr hat oder nicht…, zumal man bei der Lenkerbreite schon freiwillig aufs Rasen verzichtet…

Wie auch immer. Es könnt wieder alles so einfach sein, isses aber nicht. Immerhin das Thema Reifen konnte ich gut im Vorfeld lösen. Ich hatte zwar gesehen, dass die Avon Tires nicht die originalen Pellen waren, aber erst beim genaueren Hinsehen offenbarte der Fahrzeugschein eine Markenbindung. Kotz! Die deutsche Avon Vertretung hat mir aber netterweise genau für meinen Bock eine Freigabebescheinigung ausgestellt. Damit war zumindest schon mal dieses Thema save. Zudem gibt’s von Harley noch ein schönes Dokument, gemäß dem ohnehin keine Bedenken bestehen, solange die Größenangaben passen – und auch das ist wieder eine Wissenschaft für sich.
- kleine Reifenkunde-

In meinem Fahrzeugschein steht: MT90-16 von Goodyear oder Dunlop. Aufgezogen sind aktuell: 5.00-16 von Avon. Passt aber, weil:
  • Das M steht für Motorcycle.
  • Das T steht für 5.1" Breite
    (entspricht 130mm Reifenbreite).
  • Die 90 steht für 90% Höhe (Breiten/Höhenverhältnis).
  • Die 16 für den Felgendurchmesser.
Gut – zurück zum eigentlichen Ärgernis – dem Vergaser. Die DEKRA hat gleich vorab abgewunken, da sie gar keine Eintragungen machen darf - außer im Osten, da ist es umgekehrt…!? Der TÜV wiederum hatte gleich signalisiert, dass durch den Vergaser ein anderes Leistungsverhalten resultieren kann und daher bräuchte es eine aktuelle Leistungsmessung, wo auch immer man so was her bekommt. Zusätzlich müsste auch eine neue Geräuschmessung her, denn sie könnte ja nun lauter sein als zuvor… Da fahr ich zur Schonung extra nur Rentner-Speed und nun soll ich auf irgendeinem Prüfstand den Hahn aufreißen bis sie brüllt? Never! In meinem Ärger über den anstehenden Aufwand kam mir die Idee noch mal bei Mikuni anzurufen und dort nach einer solchen zumindest vergleichbaren Leistungsmessung zu fragen. Wie bei den letzten Anrufen auch gab’s wieder eine sehr fundierte Rückmeldung und zusätzlich tatsächlich das begehrte Papier genau für meine alte Dame!

Zu guter Letzt bedurfte es für eine erfolgreiche Abnahme noch ein wenig Handarbeit: Der Außenspiegel hatte sich abgerüttelt, dem Kennzeichen fehlte die Grundplatte und die Mini-Knöpfe an den Lenkerarmaturen hatte ich bisher nie angebaut.

Ich konnte den Spiegel, den Hartmut mir vom Flohmarkt mal mitgebracht hatte gerade noch während der Fahrt fangen, als er sich entschied auf und davon zu fliegen. Offensichtlich war meine erste Konstruktion ne Gurke. Diesmal hab ich dafür Hosenträger und Gürtel gemacht: Gewinde innen neu gebohrt, Gewindestift auf Länge geschnitten und eingeklebt, Gummischeibe eingebaut, damit er sich unter dem Winddruck nicht wieder wegdreht und von unten mit Hutmutter und Sprengring gekontert.



Fürs Kennzeichen hatte ich mir aus einer Aluplatte ein passendes Stück ausgeschnitten und schließlich solange darauf rumpoliert, bis das matte Blech glänze wie ne Speckschwarte. Polieren ist überhaupt meine Spezialität… Wo andere aufgeben, mach ich weiter. Bis zur Milchsäuregärung der Unterarmmuskulatur…


Thema Schalter: Bisher hatte ich meine Finger immer in die kleinen Öffnungen der Schaltergehäuse gebohrt um die Schalter zu betätigen. Entweder sind die Nachbau-Hütchen einfach Müll oder es war schon immer eine bekloppte Konstruktion. Man muss die Teile draufpressen. Dumm nur, dass es ja ein Schalter ist, und der beim Pressen gewöhnlich rein geht. Um das Dilemma zu lösen hab ich die Schalter innen etwas aufgeweitet und schließlich mit „7 Tonnen Sekundenkleber“ eingeklebt. Mal sehen, ob der Kleber hält was er verspricht…

Und all das nur für eine 3,5 cm große Plakette… Jetzt muss ich nur noch hin und sie auch bekommen. Wir werden sehen… Stay tuned.

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