The Reincarnation of a 73' Shovelhead Harley

Montag, 13. Juni 2011

Ein schöner Tag!

Ein Tag Urlaub in Lauenau… Das Ziel: Optimierung!

Ich habe nun jedes Organ von Elli einmal in der Hand gehabt - sprich – auseinander bauen, schön machen und wieder zusammen bauen - das hab’ ich hinbekommen! Aber für die Feinabstimmung braucht’s dann wohl doch etwas mehr, als mal bisschen Rumprobieren und Buch lesen... Von daher war klar: einmal Antreten in Lauenau zur ganztägigen Audienz. Nach der letzten Fahrt erschloss sich auch dem Laien ohne große Ahnung, dass der Auslieferungszustand wohl ein anderer gewesen sein muss… sonst wär’s mit dem 100jährigen Jubiläum in Milwaukee nie was geworden… der Motor klingelte und nagelte heftig im oberen Lastbereich, ab geschätzten 45 Meilen war Ende und es wurde mächtig rau unterm Sitz... Das alles sorgte für Kopfkino der bewährten Art: es schwebten ständig Bilder vorbei, in denen sich der Motor von innen pulverisierte. Mit Lust am Fahren hat das nichts zu tun... Von daher stand die Mission fest: erst mal Kupplung prüfen, denn auch da war’s ja immer noch am Haken - dann Motorklingeln identifizieren, dafür Stößel und Unterbrecher checken, und schließlich Funktion der Ölpumpe, Öl-Temperatur und –Druck absegnen lassen.

Als erstes ist Hartmut mal ausgeritten um sich selbst ein Bild zu machen. Fazit: stimmt, da stimmt was nicht! Den größeren Eingriffen gingen kleinere Einstellarbeiten voraus. Kupplungszug, Kupplungsgriff und Fußschalthebel. Als nächstes war der Unterbrecher dran. Dieser sitzt im Steuergehäuse auf der rechten Kurbelgehäusehälfte – und wird von „Eddie the Eagle“ bewacht… ;-) Letzterer scheint wohl „handmade“ aus einer Messingplatte graviert zu sein und ist Geschmackssache. Die „Ride to live-Fraktion“ wird ihn lieben, der Rest eher beschämt wegsehen… ist mir egal, ich find ihn schon wieder cool und deshalb bleibt er dran!

- „Eddie the Eagle“ -

Zurück zum Unterbrecher… Wie der Name schon sagt unterbricht derselbige den Primärstrom durch die Zündspule, wodurch an der Zündkerze ein Funke überspringt und somit das Benzin-Luft-Gemisch entzündet. Der Zündzeitpunkt wird durch die Stellung des Unterbrechernockens zum Unterbrecherhammer bestimmt. Ich hatte gesehen, dass bereits ein „Blue Strike Tune Up Kit“ verbaut wurde - sprich Nocken, Hammer und Kondensator mal ausgetauscht wurden - aber ich hatte keine Ahnung ob das alles seine Richtigkeit hatte. Kurzum – es war komplett falsch! Durch fehlerhafte Einstellung wurde die Zündung bereits ausgelöst bevor der Kolben seinen höchsten Punkt erreicht hatte. Somit musste in der Abwärtsbewegung noch gegen die Explosion angearbeitet werden. Kein Wunder, dass da die Power fehlt. Damit war schon mal ein wesentliches Problem diagnostiziert!
- Unterbrechernocken und -hammer -

Nächste Baustelle waren die Stößel, welche von ehemals starr (so die Rückmeldung vom Vorbesitzer) auf die originalen Hydro’s umgebaut wurden. Wie in den Anfängen berichtet stammten die hydraulischen Stößel aus Teheran! Mein Vorbesitzer – ein Fernsehmann – hatte sie bei einem Dreh von der Schah-Polizei erworben! So weit – so gut, aber auch hier die Diagnose: komplett falsch eingestellt – und wahrscheinlich der Grund für das Klingeln, denn die Stößel taten so nicht das, was sie tun sollten – nämlich bei zunehmender Hitze und materialtechnischer Ausdehnung des Zylinders für ebensolche Ausdehnung der Stößelstangen zu sorgen. Ausgebaut, gereinigt, eingebaut, diesmal korrekt eingestellt und siehe da: klingeln weg! Heureka!

- Ohne Stößel -

Ebenso positiv: Auch in Sachen Öl passt alles! Vor zwei Jahren wurde Elli wegen der besseren Ölversorgung eine neue S&S-Ölpumpe spendiert. Die Pumpe tut und der Druck ist bestens für ein Mädchen in dem Alter. Nach dem Starten steigt die Anzeige kurzzeitig auf Werte bei 40 psi, beim Gasgeben auch gern mal höher - nach Erreichen einer konstanten Betriebstemperatur stellt sich dann jedoch schnell ein stabiler Wert von 20 psi ein. Im Leerlauf sinkt die Druckanzeige auf nahezu Null ab, weil das Öl mittlerweile dünn wie Wasser ist. Die Temperatur selbst scheint auf dem Taiwan-Thermometer ohnehin nur ein Schätzwert zu sein…

- Druck auf'm Kessel -

Gegen 16:00 Uhr bin ich mit breitem Grinsen vom Hof geritten und nach 1 Stunde Fahrt auch mit eben solchem zu Hause gelandet – trotz gefühlter Windstärke 10 und jede Menge Sandlastern vor mir…

Ein schöner Tag!

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