The Reincarnation of a 73' Shovelhead Harley

Montag, 9. August 2010

Summa summarum…

Ein reichlicher Monat ist vergangen und der ein oder andere Ausritt liegt bereits hinter uns. Und wir können mit Stolz berichten, die Mädels tun noch! Bei Elli gab’s noch mal einen neuen Satz Kupplungsscheiben – lecker eingelegt in Öl – sowie einen Clutch Retainer, der den Kupplungskorb daran hindert, auf der Welle zu wandern. Bei Janni’s Hilde gab’s neue Selfmade-Halterungen für den Fender, da sich die alten einfach mal abgerüttelt hatten… Aber ansonsten keine Ausfälle! Immerhin - als ich letztes Jahr den Kaufvertrag für Elli unterschrieb, da kamen wir aus dem Tal der Ahnungslosen. Echte Rookies! Keinen Plan von nix, aber Großes vor.

Und ja - ich war schwer geblendet von Elli’s Gesamterscheinung und schnell verliebt. Wenn ich heute die Detail-Bilder sehe, hatte ich wohl bei vielen Sachen Tomaten auf den Augen. Ich hab's einfach nicht gesehen - weder den massiven Siff noch das bunte Potpourri an Teilen, die manchmal auch gar nicht so original waren, wie man mir beim Kauf suggerierte... Ich entsinne mich noch sehr gut an die Anzeige: "1A-Police Shovel in sehr, sehr gutem Zustand" war da der Wortlaut. "Goldstaub" war das häufig gewählte Synonym für Elli's Körperteile.

Heute, nach über einem halben Jahr intensiver Erfahrung sieht man das alles etwas abgeklärter und aus einer neuen Perspektive. Und egal mit wem man spricht, diesen Werdegang macht wohl so ziemlich jeder durch - scheint ganz normal. Und damit eines klar ist - ich bereue den Kauf keineswegs, ich bin in Elli immer noch schwer verliebt und würde es wahrscheinlich genauso wieder machen. Beim nächsten Projekt wird man einfach nur mit mehr Durchblick an die Sache rangehen.

"Man muss seine Fehler verdoppeln, um seine Erfolge zu vervielfachen …"
T.J. Watson, Gründer von IBM

Am Ende ist wie immer alles anders gekommen, als gedacht. Anfangs war ich noch der Meinung mit ein wenig polieren und aufhübschen wäre so einiges zu reißen. Mit der Entscheidung die alte Dame wirklich komplett zu zerlegen kam dann jedoch eines zum anderen und immer wieder die Einsicht, wenn man das jetzt macht, dann kann man auch das machen, und das, und das, und das… Zwischendurch habe ich mir die Rechnungen einfach gar nicht mehr angesehen. Aber jetzt, wo alles fertig ist, ist es auch mal Zeit Bilanz zu ziehen. Was ist alles passiert und was hat die ganze Aktion eigentlich gekostet…?

Als ich die Rechnungen gerade durchgegangen bin ist mir schnell die Lust vergangen wirklich alles aufzuschreiben, aber auf jeden Fall ne ganze Menge… Rahmen strahlen und pulvern, Lenker, Kupplungskram, Tankdeckel, Teardrop, Auspuffhalterungen, Gaszug, Benzinhahn, Schalthebel, Luftfilter, Kabel, Stecker, Schläuche, Trittbretter, Kettenschutz, Batteriekabel, Bremslichtschalterkram, Motorhalter, Zündkabel, Kupplungszug, Zündschloss, ein Haufen Schrauben, Starter Relais, Kupplungshebel, Kontrollleuchten, Schalter, Kette, Getriebe überholen, Sicherungen, Dichtungen, Relais, Sockel, Hebelstarter, E-Box, Öldruckanzeige, Stoßdämpfer, Tankversiegelung, Ständer, Lampenring, Bremssattelinstandsetzung, Tanks, Fenderstruts, Schraubenkits für Tank und Fender, Lager, Spacer, Motorentlüftung, komplette Lackierung und, und, und …

-ausgetauschtes Altgeraffel –
















Strich drunter und alles zusammen gezählt komme ich auf schlanke 6.700 Euronen. Dazu kommen noch mal 1.200 Euros für Werkzeug, Motorradheber und Co. Addiert man das Ganze mit dem Anschaffungspreis wird klar: das Geld bekommt man bei dem kaputten Markt wohl nicht mehr zurück… Aber das macht auch nichts, denn hier geht’s ja in erster Linie ums Schrauben. Und das erste Projekt ist sowieso für immer. Das wird eh nicht mehr hergegeben ;-)

Dabei fällt mir ein Artikel in der Custombike ein, der über ein Buch mit dem treffenden Titel „ich schraube, also bin ich“ berichtete. Der Autor schreibt „vom Glück, etwas mit eigenen Händen zu schaffen“ und meint „Wer schraubt, der kann die Welt besser verstehen.“ In dem Sinne!

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