The Reincarnation of a 73' Shovelhead Harley

Mittwoch, 14. April 2010

Alles im Lack?

Die Frage muss leider mit nein beantwortet werden. Zwar ist die Lackfarbe definitiv entscheidend für den Gesamtlook des Bikes und hat somit auch wesentlich zur Kaufentscheidung beigetragen, aber die Lackqualität bzw. -verarbeitung war einfach nicht die Beste. Zum Zeitpunkt des Kaufs ist mir das natürlich nicht aufgefallen. Habe zwar bemerkt, dass der rechte Tank mal ein ziemlich großes Loch gehabt haben muss, über dem jetzt der Lack aufgequollen war - da dachte ich aber noch, man könne das auf die Schnelle beheben - ein bisschen Löten, ein bisschen schweißen, ein bisschen spachteln - oder so ähnlich…
Machen wir’s kurz – ich habe jetzt zwei neue Tankhälften geordert und die alten werden zur Top-Deko inner Garage gemacht… Der Aufwand steht angesichts des Anschaffungspreises neuer Tanks wahrscheinlich in keinem Verhältnis, so die Lacker.
Zum Zeitpunkt dieser Entscheidung wusste ich jedoch noch nichts von dem Aufwand, den ich mir mit den neuen Hälften eingehandelt hatte… Das fängt schon bei den Harley-Labels an. Die muss man mal auf beiden Seiten auf gleicher Höhe waagerecht zum Bike anbringen, und dass ohne die Tanks am Bike bzw. das Bike mit dem Motor belastet zu haben… Gar nicht so einfach. Habe dann von den Tankstutzen mit einem Faden runtergelotet und sie schließlich dort platziert, wo sie den gewölbten Tank am Besten umschließen. Hartmut hat mir die Label-Trägerbleche mit jeweils drei Schweißpunkten fest mit den Tanks verbunden. Vorteil zum Kleben: Sitzt und hat „keine“ Luft mehr…

- Kleber auf den Trägerblechen muss runter -


Aber die Label und ihre Ausrichtung sind überhaupt nichts – gar nichts - gegen die Innenversiegelung! Was für eine Kacke! Ich hab’ gedacht, ich geh’ kaputt. Das Zeug lässt sich irgendwo zwischen Napalm, Senfgas und sonstigen chemischen Kampfstoffen einsortieren! Der Combipack besteht aus Reiniger A (Phosphorsäure), Reiniger B (Methylethylketon) und schließlich der Versiegelung, bei der man die Beschreibung der Inhaltsstoffe vorsichtshalber gleich ganz weggelassen hat… Das man bei dem Zeug immer nur knapp an der Ohnmacht vorbeidämmert ist das eine, aber dann noch die Zeit, die dabei drauf geht – um 10:00 Uhr hab’ ich angefangen, gegen 19:00 Uhr war ich schließlich fertig… Fix und fertig. Aber auch glücklich und mit gelähmten Sprachzentrum.


Zum Ablauf:

10:00 Uhr – Auswaschen mit Seifenlauge um Rückstände auszuspülen.

10:30 Uhr – Auswaschen mit Aceton um die Ölschutzschicht runter zu bekommen.

11:00 Uhr – Reiniger A (die Phosphorsäure) rein und bis oben hin mit heißem Wasser aufgefüllt, 4 Stunden stehen gelassen damit die Tanks von innen angeätzt werden.

15:30 Uhr – Weiter ging’s – raus mit der Säure und mit klarem Wasser ausgespült.

16:00 Uhr – Reiniger B rein um sämtliche Feuchtigkeit zu verdrängen.

16:30 Uhr - Versiegelung rein und alle 10 Minuten drehen und drehen und drehen und drehen... Bis Du weich wirst. Zwei Tanks! Aaaahhhhhrrrr - Hass!

Als ich Indy inner Werkstatt von meinem Vorhaben berichtete fragte er mich nur: „Wer versiegelt denn seinen Tank? Macht doch niemand!“ - DANKE! DOCH! ICH! Aber vielleicht kein zweites Mal... Jedem, der das mal machen möchte sei nur eines geraten: früh anfangen und Gasmaske besorgen. ;-) Wenn's erstmal fertig ist, sieht's wirklich gut aus und macht vor allem ein gutes Gefühl.

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