The Reincarnation of a 73' Shovelhead Harley

Mittwoch, 28. April 2010

Schraubst Du noch oder fährst Du schon...?

Klare Antwort: ich schraube noch, bin quasi mitten drin – aber der Janni – der fährt schon fast… Wenn man sich die Hilde mal so ansieht, dann wird einem klar, der Abschluss steht unmittelbar bevor! Wie dem auch sei – oberste Regel war und ist: Stress ist verboten… Wenn man sich Stress macht verfehlt die ganze Sache ihren Auftrag. Soll ja schließlich Späßchen machen.

Besessenheit ist der Motor - Verbissenheit ist die Bremse.”

Trotzdem heißt es natürlich – am Ball bleiben, damit die Hilde nicht all zu lange allein und einsam in den Sonnenuntergang reiten muss. Und egal wie weit ich hinterher hänge, ein Ziel habe ich mir gesetzt: zur Pre-Evo-Party soll der Hobel rennen.

- die wilde Hilde -






Mittwoch, 14. April 2010

Alles im Lack?

Die Frage muss leider mit nein beantwortet werden. Zwar ist die Lackfarbe definitiv entscheidend für den Gesamtlook des Bikes und hat somit auch wesentlich zur Kaufentscheidung beigetragen, aber die Lackqualität bzw. -verarbeitung war einfach nicht die Beste. Zum Zeitpunkt des Kaufs ist mir das natürlich nicht aufgefallen. Habe zwar bemerkt, dass der rechte Tank mal ein ziemlich großes Loch gehabt haben muss, über dem jetzt der Lack aufgequollen war - da dachte ich aber noch, man könne das auf die Schnelle beheben - ein bisschen Löten, ein bisschen schweißen, ein bisschen spachteln - oder so ähnlich…
Machen wir’s kurz – ich habe jetzt zwei neue Tankhälften geordert und die alten werden zur Top-Deko inner Garage gemacht… Der Aufwand steht angesichts des Anschaffungspreises neuer Tanks wahrscheinlich in keinem Verhältnis, so die Lacker.
Zum Zeitpunkt dieser Entscheidung wusste ich jedoch noch nichts von dem Aufwand, den ich mir mit den neuen Hälften eingehandelt hatte… Das fängt schon bei den Harley-Labels an. Die muss man mal auf beiden Seiten auf gleicher Höhe waagerecht zum Bike anbringen, und dass ohne die Tanks am Bike bzw. das Bike mit dem Motor belastet zu haben… Gar nicht so einfach. Habe dann von den Tankstutzen mit einem Faden runtergelotet und sie schließlich dort platziert, wo sie den gewölbten Tank am Besten umschließen. Hartmut hat mir die Label-Trägerbleche mit jeweils drei Schweißpunkten fest mit den Tanks verbunden. Vorteil zum Kleben: Sitzt und hat „keine“ Luft mehr…

- Kleber auf den Trägerblechen muss runter -


Aber die Label und ihre Ausrichtung sind überhaupt nichts – gar nichts - gegen die Innenversiegelung! Was für eine Kacke! Ich hab’ gedacht, ich geh’ kaputt. Das Zeug lässt sich irgendwo zwischen Napalm, Senfgas und sonstigen chemischen Kampfstoffen einsortieren! Der Combipack besteht aus Reiniger A (Phosphorsäure), Reiniger B (Methylethylketon) und schließlich der Versiegelung, bei der man die Beschreibung der Inhaltsstoffe vorsichtshalber gleich ganz weggelassen hat… Das man bei dem Zeug immer nur knapp an der Ohnmacht vorbeidämmert ist das eine, aber dann noch die Zeit, die dabei drauf geht – um 10:00 Uhr hab’ ich angefangen, gegen 19:00 Uhr war ich schließlich fertig… Fix und fertig. Aber auch glücklich und mit gelähmten Sprachzentrum.


Zum Ablauf:

10:00 Uhr – Auswaschen mit Seifenlauge um Rückstände auszuspülen.

10:30 Uhr – Auswaschen mit Aceton um die Ölschutzschicht runter zu bekommen.

11:00 Uhr – Reiniger A (die Phosphorsäure) rein und bis oben hin mit heißem Wasser aufgefüllt, 4 Stunden stehen gelassen damit die Tanks von innen angeätzt werden.

15:30 Uhr – Weiter ging’s – raus mit der Säure und mit klarem Wasser ausgespült.

16:00 Uhr – Reiniger B rein um sämtliche Feuchtigkeit zu verdrängen.

16:30 Uhr - Versiegelung rein und alle 10 Minuten drehen und drehen und drehen und drehen... Bis Du weich wirst. Zwei Tanks! Aaaahhhhhrrrr - Hass!

Als ich Indy inner Werkstatt von meinem Vorhaben berichtete fragte er mich nur: „Wer versiegelt denn seinen Tank? Macht doch niemand!“ - DANKE! DOCH! ICH! Aber vielleicht kein zweites Mal... Jedem, der das mal machen möchte sei nur eines geraten: früh anfangen und Gasmaske besorgen. ;-) Wenn's erstmal fertig ist, sieht's wirklich gut aus und macht vor allem ein gutes Gefühl.

Mittwoch, 7. April 2010

Fotosession

Germany's next Topmoped - by Helmut „Janni“ Newton








- erste Sitzprobe -

Montag, 5. April 2010

Ich hab’ Rücken…

Nicht zu glauben! Es war schönes Wetter! Der passende Moment um den Motor draußen zu wienern. Ursprünglich wollten wir ihn mal komplett zerlegen… Die Rückmeldung zu diesem Vorhaben seitens Hartmut war jedoch eindeutig: Lasst das mal lieber…! Nur reinschauen: 1.000 Euro. Komplette Revision zwischen 2.500 und 5.000 Euro – eher Letzteres. Och nee… lass mal. Somit beschränken sich die Maßnahmen auf die rein optische Pflege.

- vorher -



Was braucht man dazu? Motorreiniger, wieder mal viel Bremsenreiniger, diverse Schleifmittel, Metall-Politur, Drahtbürsten und viel Zeit. Ach ja, und two strong arms… So groß sieht er ja nicht aus, aber beim ersten Anheben dachte ich er wäre am Boden verschraubt… Beim nächsten Versuch - mehr aus den Knien – ging’s dann. Mit schmerzverzerrtem Gesicht habe ich ihn aus der Garage auf die Terrasse gehievt. Dort fiel mir dann ein, dass man das gute Stück auch auf etwas Fahrbarem hätte hinrollen können. Der Rückweg wurde somit auf einem Skateboard absolviert. Diesmal ohne Rückenschmerzen… ;-) Hab ihn mal auf die Waage gestellt: exakt 66 Kilo wiegt ein Shovelhead Big Twin.

Um den Motor im ausgebauten Zustand abstellen zu können bedarf es eines Halters. Die „Wooden Box“ vom Shovelschuppen (Technik / Motor allgemein) ist dabei eine günstige Alternative zu den speziellen Motorhaltern aus dem Zubehör. Zum längeren Deponieren reicht sie völlig aus, aber zum Reinigen macht’s keinen Sinn, denn man kommt nicht an die Unterseite ran. Da ist der passende Halter schon ne feine Sache.

- Wooden Box -
- mit Motorhalter -
Wenn ich mir das Ergebnis anschaue bin ich ganz zufrieden. „Wie aus’m Laden“ ist mit den Mitteln zwar nicht zu machen, aber die alte Dame hat ja auch schon Einiges mitgemacht und diese Spuren der Zeit soll man auch durchaus sehen können.
- nachher -

Von meinem Vorbesitzer weiß ich, dass Elli ursprünglich mal starre Stößel hatte. Er hat sie später wieder durch die originalen hydraulischen Stößel ersetzen lassen. Aber nicht einfach aus’m Katalog! Sondern aus Teheran, direkt vom Schah ;-) Die Stößel hatte er dort während eines Drehs erstanden. Zu Schah-Zeiten war die Teheraner Polizei nämlich mit Harleys unterwegs… Rock'n'Roll am kaspischen Meer... ;-) Zudem wurden die Kolben und Kolbenringe erneuert - eine Vorsichtsmaßnahme. Kurz darauf erhielt die Elli noch bleifreie Sitzringe, damit sie "Super bleifrei" verträgt. Vor zwei Jahren wurde ihr dann noch eine neue S&S Ölpumpe spendiert, wegen der besseren Ölversorgung. Somit ist auch im Inneren des Aggregats schon Einiges passiert. Ich habe jetzt noch mal jede Schraube und Mutter den Vorgaben entsprechend mit dem jeweiligen Drehmoment angezogen. Fertig! Die Anzugsmomente findet man im Buch oder in der Techbase von Shovelhead.de.

- Ein fast echter Warhol… -