The Reincarnation of a 73' Shovelhead Harley

Sonntag, 16. August 2009

Warum Eleonore?

Schon beim Kauf wurde natürlich philosophiert wie die neue Mitbewohnerin denn nun heißen soll. Gar nicht so einfach und trotzdem stand der Name relativ schnell fest: auf „Eleonore“ sollte sie von nun an horchen. So viele „Vor-Namen“ kann sie noch nicht gehabt haben, denn ihre Historie ist blütenrein – lediglich 2 Vorbesitzer. In ihren ersten 15 Jahren, wo sie noch voll berufstätig war hat sie bei der US-Polizei Verbrecher gejagt, quasi mit den CHiP’s auf’m Highway… und die letzten 20 Jahre war sie ohne Unterbrechung auf einem Landsitz in vertrauenswürdiger Hand im Norden Deutschlands, wo sie nur ab und zu um den Block bewegt wurde.

Aber warum nun Eleonore…? Das liegt zum einen daran, dass es sich hierbei ja um eine Electra Glide handelt, womit schon mal der Bezug hergestellt wäre und zum anderen daran, dass ich in der Vergangenheit ein großer Fan von Fury war und „Eleonore“ immer zu meinen Lieblingstücken gehörte. Beim Rufnamen ist’s wie bei echten Mädchen – für den Alltag gibt’s die Kurzform: „Elli“.


Die nächste Frage, die sich aufdrängt ist die Herkunft bzw. Bedeutung von „Electra Glide“…
Bei einer ersten Recherche fällt auf, dass die E-Glide sogar schon mal Namensgeber eines Films war: „Electra Glide in Blue“ heißt der ältliche Streifen und die Headline lautet: „He’s a good cop on a big bike on a bad road“. Wie bei Elli… in ihren frühen Jahren… schließlich ist sie ursprünglich eine waschechte Police Shovel gewesen, nur dass mittlerweile die ganzen Anbauten runter sind. Keine Scheibe, keine Koffer, keine Sirene oder ähnliches.


Im Jahre 1949 wurde im Hause Harley die gute alte Springer-Gabel durch eine hydraulisch gedämpfte Teleskopgabel ersetzt. Ab diesem Zeitpunkt nannte man die Maschinen daher „Hydra Glide“. Denn von da an war man hydraulisch gedämpft ganz entspannt am Gleiten… 1958 erhielt dann auch das Hinterrad eine Federung und die Typen-Bezeichnung wurde in „Duo Glide“ abgewandelt. Als man 1965 zusätzlich einen E-Starter und eine 12-Volt-Anlage verbaute lautete die Bezeichnung fortan und bis heute „Electra Glide“.
Neben diesen klangvollen Namen gibt’s jedoch noch das völlig verwirrende "Harley Alphabet". Jeder Maschine wird hier zur Modell-Eindeutigkeit noch mal eine eher uneindeutige Buchstaben-Kombination zugeordnet… Elli ist eine FLH. Heutige Electra Glides hören z.B. auf das „Kürzel“ FLHTCUI… Bei der Erklärung der Buchstaben-Kombinationen differieren die Aussagen im Netz. Manche bezeichnen sie sogar als heiße Luft bzw. beliebige Kombination. Aber das stimmt wohl nicht. Fakt ist, dass alle Touring-Modelle, also auch die E-Glides wie Elli die Bezeichnung FLH führen.

Die Buchstaben sollen sich wie folgt auflösen lassen:
F: steht für den großen 74 bzw. 80 Kubikzoll "Big Twin"-Motor mit oben liegenden Ventilen.
L: steht für höhere Kompression als die ursprüngliche Basis-„F“-Version und ist somit das F, nur mit mehr Power. Manche meinen auch, dass damit zusätzlich die große Telegabel gekennzeichnet wird.
H: steht für nochmal mehr Power…, wurde an die Bezeichnung angehangen, als die Pan’s kamen. Die Shovel’s, Evo’s und Co. haben den Namen schließlich nur übernommen bzw. beibehalten. Manchmal liest man auch, dass damit Verkleidung und Scheibe angezeigt werden sollen.
Wie auch immer, man wird nicht schlau draus, muss man auch nicht – Fakt ist: eine Harley ist eine Harley ist eine Harley…

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