The Reincarnation of a 73' Shovelhead Harley

Samstag, 29. August 2009

Unsere erste Ausfahrt

Wenn man sich eine Harley kauft, dann kauft man ja bekanntlich kein Motorrad, sondern ein Lebensgefühl - und das Bike gibt’s umsonst dazu. Somit geht’s auch weniger ums tägliche Fahren als vielmehr um den Austausch und die Leidenschaft rund ums Alteisen aus Milwaukee. Wir gehören nun also auch zu den Bekloppten, die sich für viel Geld ein steinaltes, suboptimal laufendes Motorrad gekauft haben - um es dann komplett zu zerlegen und mit noch mehr Geld wieder zusammen zu setzen… Glückwunsch!
Aber die Mission ist eindeutig und unumstößlich: jede Schraube wird hier einmal umgedreht, liebgehabt und wieder eingebaut. Aber bevor es soweit ist, muss doch zumindest noch ne kleine Ausfahrt drin sein. Was wäre da besser als den Ausritt mit einer Einkehr bei Matthias zu verbinden- der ist nämlich echter Schrauber. Er steht zwar mehr auf Indian als auf Harley, aber so viel anders können die Jungs aus Springfield das ja auch nicht gemacht haben…
Wir hatten vorher schon mal angefragt und „Indy“ hatte versprochen uns einen ersten Crash-Kurs über die wichtigsten Zusammenhänge zu geben. Nun war es soweit und wir wollten einreiten. Termin: 12 – Null - Null. Aber schon bei ihrem ersten Einsatz unter neuer Regierung zeigte sich Elli extrem widerspenstig und zickig, sie wollte einfach nicht anspringen. Gegen 13:00 Uhr waren wir dann da und es hat sich doch noch gelohnt. Indy sprach und zeigte, wir versuchten zu folgen. Das hörte sich erstmal alles plausibel an, obwohl ich auf der Heimfahrt die Hälfte schon wieder vergessen hatte. So ist das mit den Druckbetankungen zu Themen, von denen man keine Ahnung hat…

Wie auch immer – auf der Rückfahrt entschied sich Elli dann wieder auszugehen – diesmal einfach mal während der Fahrt. Ausrollen und Ende im Gelände! Janni hatte bis dahin aber schon gefühlte 15 Vergaser bei eBay erstanden, zerlegt und wieder zusammengebaut, womit er jetzt auf ein profundes Wissen zurückgreifen konnte. Und wie war die logische Prognose: Vergaser…!
Gut, nach ein wenig Fummeln ging’s dann wieder und wir zuckelten mit 30 nach Hause. Da kann die Elli auch nichts für! Sie wurde eben lange nicht bewegt. Denke, sie hat den gesamten Sumpft aus ihrem Tank durch den Vergaser gesaugt und sich daran ordentlich verschluckt. Zudem machte der Vergaser schon von außen nicht mehr den Eindruck, dass er noch im Stande wäre seinen Job zu machen.













Unsere erste Tat daher: Vergaser abbauen und mal reinschauen. Wie die Fotos zeigen handelt es sich um einen Andrews Flowmaster von Keihin - innen schwarz wie die Nacht… OK, der muss wohl mal ins Ultraschallbad oder zumindest ein paar neue Düsen und Dichtungen bekommen. Dazu aber mehr in 2010…
Der Erfindungsgeist war trotzdem geweckt. Das Mädchen muss doch wieder zum Laufen zu bringen sein. Flux was aus Janni’s Vergaserfundus angeschraubt und einfach mal probiert. Erster Startversuch, zweiter Startversuch, dritter Startversuch - und dann kam sie. Die Mutter aller Fehlzündungen. Die Explosion war dermaßen laut, dass mein Nachbar raus kam und fragte, ob die Maschine in die Luft geflogen sei. Dagegen war jeder D-Böller kleines Tischfeuerwerk und wir hatten beide die nächste viertel Stunde ein Pfeifen auf’m Ohr wie üblen Tinnitus… Ich hab’ gar nicht mehr gehört was Jan sagte, aber seinem Grinsen habe ich entnommen, dass er ordentlich Spaß hatte. Ich für meinen Teil hatte schon die Risse in den Zylindern vor Augen. Naja, das ist die Anfangspanik, die legt sich noch…

Bevor die Elli nun zur Explosionszeichnung zerlegt wird - hier noch die letzten Beweisfotos mit uns nach der Vergaser-Session. Das ist wohl für lange Zeit das letzte Mal, dass ich sie in diesem Zustand sehe…

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